Das Pferd hat Schmerzen – ab zum Bereiter?

Gespräch in der Reithalle: „Irgendwie läuft mein Pferd nicht so richtig … irgendwie … meinst du, das könnte eine Wirbelblockade sein? Er geht auch bei der Bereiterin nicht richtig gut … Soll ich einen Osteopathen holen? einen Physiotherapeuten? einen, der ihn akupunktiert? … Ach, wir machen jetzt erst drei, viermal Beritt!“

Da fehlten mir dann ernsthaft die Worte.

Gegenbeispiel: Vor Jahren war mir einer ins Auto gefahren. Neben anderen Dingen führte es auch dazu, dass ich am nächsten Tag den Kopf kaum drehen konnte, und nach links schon gar nicht. Dass ich Kopfschmerzen hatte, kam noch dazu. Schleudertrauma eben. Und selbstverständlich bin ich nicht in mein Fitnesstudio gegangen und hab mir von dem Fitnesstrainer einen neuen Trainingsplan mit mehr Gewichten geholt … Weiterlesen

Reit-EM Aachen

Ich war in Aachen bei der EM – obwohl ich direkt in der Nähe wohne – dieses Jahr nicht mehr. Obwohl das eine Gelegenheit sein sollte, die weltbesten Dressurreiter sehen zu können. Was ich eigentlich wirklich gerne würde. Aber …

Ach, Aachen

Die EM hat wieder einmal gezeigt, dass die internationalen Richter ihre Aufgabe nicht erfüllen. Wie kann eine Piaffe, bei der das Pferd deutlich hinter den Zügel kommt (gibt es den Ausdruck überhaupt noch?), bei der die Hinterhand nicht untertritt und Gewicht aufnimmt, wie kann eine solche Piaffe eine Zehn (ReiterRevue) bekommen? Wertnote zehn, das heißt „ausgezeichnet“. Wie kann man einen Ritt, der so locker und entspannt aussieht trotz höchster Versammlung (Beatriz Ferrer-Salat und Delgado) schlechter bewerten als verspanntes Gestrampel, beim dem das Pferd vergisst, dass es sich vorwärtsbewegen sollte? (Besser gesagt, beim dem dem Pferd nicht erlaubt wird, vorwärtszugehen, weil es sonst außer Kontrolle gerät? Hört es dann auf zu strampeln? Oder explodiert es?) Weiterlesen

Warum ich wirklich keine Lust auf Dressureiten mehr habe

Vielleicht sollte ich besser sagen: ich habe keine Lust mehr, mir das anzusehen, was heutzutage als Dressurreiten gilt

http://epona.tv/blog/2015/august/falsterbo-moments

Ich bin froh, dass unser örtlicher „Turnierstall“ seinen Longierzirkel so gebaut hat, dass der Außenplatz  verdeckt ist. Früher bin ich da gerne mit den Hunden entlang gegangen. Dann wurde der Stall gebaut, und das tägliche Training  der Pferde wurde sichtbar.

Es war die Zeit, als der Schlaufzügel aus der Ecke der Springreiter „rüberschwappte“. Zumindest bei uns im Stall wurde er vorher nicht verwendet. Zumindest galt da noch: Hilfszügel sind Hilfskrücken, und wenn man reiten kann, sollte man ohne auskommen. Heutzutage wird auf Weltmeisterschaften mit Schlaufzügel abgeritten. Von denen, die um den Titel des „Weltbesten Reiters“ konkurrieren. Das ist völlig normal. Und natürlich bleibt es nicht bei den Weltbesten. Auch die anderen. Die Normalos machen es nach. Nach drei Jahren regelmäßigem Dressur-Unterricht auf dem eigenen Pferd ist es völlig normal, wenn sie immer noch mit dem Schlaufzügel zum Unterricht kommen …

Und die Dressurreiter … verstecken sich in Aachen hinter hohen Hecken, damit keine hässlichen Bilder gemacht werden können. Weniger, dass man sich bemüht, während des Reitens keine hässlichen Bilder zu liefern. Aber wichtiger ist für manche doch, so scheint es mir jedenfalls, dass sie nicht bekannt werden dürfen, diese Bilder …

Dressur soll ein Tanz sein. Leicht und elegant, im Vertrauen. Inzwischen sind die weltbesten Dressurreiter nicht einmal mehr in der Lage, eine Ehrenrunde sicher zu reiten? Das sagt die FEI, die Internationale Vereinigung.

Was soll man da noch sagen?

VOR der Senkrechten

Eigentlich ist es eine einfache Regel, die jeder (Englisch-)Reitschüler recht bald lernt: Die Stirn des Pferdes bleibt vor der Senkrechten. Und das Genick – also der Teil des Halses, an dem der Kopf ansetzt – ist stets der höchste Punkt. Es ist eine einfache Regel. Fehler kann jeder sofort erkennen.

In den „Richtlinien Reiten und Fahren“ der Deutschen FN wird sie in der „Skala der Ausbildung“ dargestellt. Das gilt für die alte Ausgabe der „Richtlinien“ ebenso wie für die neue. Und die FEI fordert dieses „Genick an die höchste Stelle“ ganz ausdrücklich. In jeder einzelnen Figur der Aufgaben wird die genaue Haltung auch des Genicks beschrieben: nämlich als höchster Punkt, und die Stirnlinie leicht vor der Senkrechten.

Jeder Reitlehrer und jeder, der Reitunterricht gibt, kennt diese Regel.

Warum ignorieren es dann so viele?

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