„Dominanz-Training“ im Umgang mit Pferden

Nachdem ich einem Dominanz-Training beim Pferd zusehen konnte – es ging zunächst ums Führen, und das Pferd ist wirklich schwierig – habe ich ungefähr drei Wochen über das nachgedacht, was eigentlich dabei abgelaufen ist. (Genauer gesagt: ich habe drei Tage nachgedacht und drei Wochen gebraucht, es mir aus dem Kopf zu schreiben.)

Wenn man es auf die Lerntheorie zurückführt, wurde mit Druck gearbeitet: also mit etwas, das für das Pferd unangenehm war. „Falsches“ Verhalten wie „falschherum Wenden“ wurde bestraft, richtiges Verhalten mit dem Nachlassen des Druckes belohnt. Bestrafung und negative Verstärkung, mit gutem Timing angewendet, erklärt mit der Dominanztheorie. „Der Mensch muss dominant sein …“

Im Endeffekt bin ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Pferd vermutlich nie wieder von dem sicheren Ort hinter der Trainerin an ihr vorbei laufen wird. Ob er ebenso hinter den anderen Menschen, die ihn von der Weide hereinholen müssen, ob er da ebenso diesen Abstand hält – da hab ich meine Zweifel.

Ob er Freude an seinem Training hatte? Ganz definitiv nicht.

Ob er versteht, warum sich das Verhalten der Menschen, die sich um ihn kümmern, so radikal verändert hat? Dass sie ihn immer zurückscheuchen und schlagen, wenn er sich mit seinen längeren Beinen ihrem Tempo nur schwer anpassen kann? Immerhin ist er fast 30 Jahre alt.

Ob er sich auf die weiteren Trainingseinheiten freuen wird? Ob er gerne an den Ort der Übungen zurückkehrt? Ich bezweifele es. Weiterlesen

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