Stallwechsel – Stallsuche …

Was war das früher doch einfach, einen neuen Stall für das Pferd auszusuchen. Die Entfernung musste natürlich stimmen. Die Lage. Vielleicht war noch wichtig, ob  die Halle hell war und ein guter Boden darin. Wie gefüttert wurde – dreimal täglich Kraftfutter sollte es da schon sein. Ein Spind sollte auch vorhanden sein, und die Leute natürlich nett. Ein hübsches Reiterstübchen war auch gut.

Stallwechsel früher – Stallwechsel heute

Was ich früher jedenfalls gar nicht bedacht habe, war etwa …

  • Weidegang für die Pferde. Gab es in unserer Gegend sowieso kaum. Und ein richtiges Reitpferd könnte sich auf der Weide auch verletzen. Weidegang stand jedenfalls erst auf der Liste, als das Ross zum Rentner wurde.
  • Sozialkontakte: gab es bei uns auch nicht. Schön hoch gemauerte Boxen, in die einzelne für ihr Pferd dann ein Loch gebrochen hatten, damit die Pferde sich sehen konnten. Natürlich mit Gitterstäben gesichert, damit sie sich nichts tun können.
  • Paddocks? Weit und breit gab es so etwas nicht.
  • Bewegunggsställe? Laufställe? LAG-Zertifizierungen? Padock-Trail? Bei uns kamen die Reitpferde vielleicht Sonntags am Strick zum Grasen …

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Fellwechsel

Ich bin ja bereit, meinem Ross stets eine Krankheit zu unterstellen. Wenn sie etwa schief guckt. Oder wenn das Hüh ein Ohr hängen lässt. Oder wenn das Hüh nicht jeden einzelnen Halm aus den Heunetzen geklaubt hat. Oder wenn … wenn die Box besonders nass ist. Oder wenn sie eben nicht so nass ist …

Stoffwechselkrankheiten bei Pferden

Aber diese Stoffwechselkrankheiten, unter denen besonders alte Pferde leiden, das ist natürlich besonders verlockend für mich als Bedenkenträger … Denn zugegeben, mit zwanzig Jahren ist sie ja schon alt. Kann man anders nicht sagen – Stute ist ein altes Pferd. Und Bayer sagt, dass ein Fünftel aller Pferde jenseits der 20 Jahre Cushing, also ECS, das Equine Cushing Syndrom, haben (Bayer will sein Medikament verkaufen, auch das).

Das ändert aber nichts daran, dass Stute alt ist. Und dass bei alten Pferden tatsächlich immer häufiger Cushing auftritt, oder Pseudo-Cushing – und auch schon bei jungen Pferden. Bei uns im Stall ist eine Stute mit Cushing diagnostiziert, die ist gerade einmal 14 Jahre alt. Also sechs Jahre jünger als das Hüh … Weiterlesen „Fellwechsel“

Frühling – und wieder Haare

So gern man jetzt aus dem Fenster sieht und die Veränderungen zählt – und es reichen ja nur wenige Stunden, damit die Fliederknospen weiter gewachsen sind und die Blätter noch größer – so sehr ich mich über das frische Grün an den Wegrändern und den Weiden freue – etwas stört doch immer: die Haare.

Selbst der uralte Ginkgobaum neben uns hat gestern eindeutig einen grünen Schimmer gezeigt. Das war morgens. Abends waren es schon deutlich erkennbare Blätter geworden. Die Amseln brüllen aus vollem Hals, der Haus-Rotschwanz lässt sein „charakteristisch-unnachahmlich quetschendes“ Geschrei hören, Meisen und Sperlinge dazu – alles ist voller Leben.

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Das Pferd hat Schmerzen – ab zum Bereiter?

Gespräch in der Reithalle: „Irgendwie läuft mein Pferd nicht so richtig … irgendwie … meinst du, das könnte eine Wirbelblockade sein? Er geht auch bei der Bereiterin nicht richtig gut … Soll ich einen Osteopathen holen? einen Physiotherapeuten? einen, der ihn akupunktiert? … Ach, wir machen jetzt erst drei, viermal Beritt!“

Da fehlten mir dann ernsthaft die Worte.

Gegenbeispiel: Vor Jahren war mir einer ins Auto gefahren. Neben anderen Dingen führte es auch dazu, dass ich am nächsten Tag den Kopf kaum drehen konnte, und nach links schon gar nicht. Dass ich Kopfschmerzen hatte, kam noch dazu. Schleudertrauma eben. Und selbstverständlich bin ich nicht in mein Fitnesstudio gegangen und hab mir von dem Fitnesstrainer einen neuen Trainingsplan mit mehr Gewichten geholt … Weiterlesen „Das Pferd hat Schmerzen – ab zum Bereiter?“

Reit-EM Aachen

Ich war in Aachen bei der EM – obwohl ich direkt in der Nähe wohne – dieses Jahr nicht mehr. Obwohl das eine Gelegenheit sein sollte, die weltbesten Dressurreiter sehen zu können. Was ich eigentlich wirklich gerne würde. Aber …

Ach, Aachen

Die EM hat wieder einmal gezeigt, dass die internationalen Richter ihre Aufgabe nicht erfüllen. Wie kann eine Piaffe, bei der das Pferd deutlich hinter den Zügel kommt (gibt es den Ausdruck überhaupt noch?), bei der die Hinterhand nicht untertritt und Gewicht aufnimmt, wie kann eine solche Piaffe eine Zehn (ReiterRevue) bekommen? Wertnote zehn, das heißt „ausgezeichnet“. Wie kann man einen Ritt, der so locker und entspannt aussieht trotz höchster Versammlung (Beatriz Ferrer-Salat und Delgado) schlechter bewerten als verspanntes Gestrampel, beim dem das Pferd vergisst, dass es sich vorwärtsbewegen sollte? (Besser gesagt, beim dem dem Pferd nicht erlaubt wird, vorwärtszugehen, weil es sonst außer Kontrolle gerät? Hört es dann auf zu strampeln? Oder explodiert es?) Weiterlesen „Reit-EM Aachen“

Warum ich wirklich keine Lust auf Dressureiten mehr habe

Vielleicht sollte ich besser sagen: ich habe keine Lust mehr, mir das anzusehen, was heutzutage als Dressurreiten gilt

http://epona.tv/blog/2015/august/falsterbo-moments

Ich bin froh, dass unser örtlicher „Turnierstall“ seinen Longierzirkel so gebaut hat, dass der Außenplatz  verdeckt ist. Früher bin ich da gerne mit den Hunden entlang gegangen. Dann wurde der Stall gebaut, und das tägliche Training  der Pferde wurde sichtbar.

Es war die Zeit, als der Schlaufzügel aus der Ecke der Springreiter „rüberschwappte“. Zumindest bei uns im Stall wurde er vorher nicht verwendet. Zumindest galt da noch: Hilfszügel sind Hilfskrücken, und wenn man reiten kann, sollte man ohne auskommen. Heutzutage wird auf Weltmeisterschaften mit Schlaufzügel abgeritten. Von denen, die um den Titel des „Weltbesten Reiters“ konkurrieren. Das ist völlig normal. Und natürlich bleibt es nicht bei den Weltbesten. Auch die anderen. Die Normalos machen es nach. Nach drei Jahren regelmäßigem Dressur-Unterricht auf dem eigenen Pferd ist es völlig normal, wenn sie immer noch mit dem Schlaufzügel zum Unterricht kommen …

Und die Dressurreiter … verstecken sich in Aachen hinter hohen Hecken, damit keine hässlichen Bilder gemacht werden können. Weniger, dass man sich bemüht, während des Reitens keine hässlichen Bilder zu liefern. Aber wichtiger ist für manche doch, so scheint es mir jedenfalls, dass sie nicht bekannt werden dürfen, diese Bilder …

Dressur soll ein Tanz sein. Leicht und elegant, im Vertrauen. Inzwischen sind die weltbesten Dressurreiter nicht einmal mehr in der Lage, eine Ehrenrunde sicher zu reiten? Das sagt die FEI, die Internationale Vereinigung.

Was soll man da noch sagen?