Stallwechsel, die zweite

Innenboxen. Ist viel einfacher. Das Pferd bleibt sauber und wartet brav auf seinen Menschen, der dann irgendwann kommt. Wenn es Mensch passt.

Nicht jeden Abend, damit die letzte Mahlzeit Heu über Nacht vorhält, damit das Pferdchen keine lange Fresspause hat. Vorher geht nicht, da nützen selbst die berühmten engmaschigen Heunetze nichts. Die anderen werden aber tatsächlich noch schneller leergesaugt.

Jeden. Einzelnen. Abend. Braucht. Das Pferd. sein. Futter.

Ich wollte nie Selbstversorger werden. Warum tut Mensch sich das nur an?

Noch vier Tage bis zum Stallwechsel. Auf zu neuen Sorgen.

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Stallwechsel – Stallsuche …

Was war das früher doch einfach, einen neuen Stall für das Pferd auszusuchen. Die Entfernung musste natürlich stimmen. Die Lage. Vielleicht war noch wichtig, ob  die Halle hell war und ein guter Boden darin. Wie gefüttert wurde – dreimal täglich Kraftfutter sollte es da schon sein. Ein Spind sollte auch vorhanden sein, und die Leute natürlich nett. Ein hübsches Reiterstübchen war auch gut.

Stallwechsel früher – Stallwechsel heute

Was ich früher jedenfalls gar nicht bedacht habe, war etwa …

  • Weidegang für die Pferde. Gab es in unserer Gegend sowieso kaum. Und ein richtiges Reitpferd könnte sich auf der Weide auch verletzen. Weidegang stand jedenfalls erst auf der Liste, als das Ross zum Rentner wurde.
  • Sozialkontakte: gab es bei uns auch nicht. Schön hoch gemauerte Boxen, in die einzelne für ihr Pferd dann ein Loch gebrochen hatten, damit die Pferde sich sehen konnten. Natürlich mit Gitterstäben gesichert, damit sie sich nichts tun können.
  • Paddocks? Weit und breit gab es so etwas nicht.
  • Bewegunggsställe? Laufställe? LAG-Zertifizierungen? Padock-Trail? Bei uns kamen die Reitpferde vielleicht Sonntags am Strick zum Grasen …

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Fellwechsel

Ich bin ja bereit, meinem Ross stets eine Krankheit zu unterstellen. Wenn sie etwa schief guckt. Oder wenn das Hüh ein Ohr hängen lässt. Oder wenn das Hüh nicht jeden einzelnen Halm aus den Heunetzen geklaubt hat. Oder wenn … wenn die Box besonders nass ist. Oder wenn sie eben nicht so nass ist …

Stoffwechselkrankheiten bei Pferden

Aber diese Stoffwechselkrankheiten, unter denen besonders alte Pferde leiden, das ist natürlich besonders verlockend für mich als Bedenkenträger … Denn zugegeben, mit zwanzig Jahren ist sie ja schon alt. Kann man anders nicht sagen – Stute ist ein altes Pferd. Und Bayer sagt, dass ein Fünftel aller Pferde jenseits der 20 Jahre Cushing, also ECS, das Equine Cushing Syndrom, haben (Bayer will sein Medikament verkaufen, auch das).

Das ändert aber nichts daran, dass Stute alt ist. Und dass bei alten Pferden tatsächlich immer häufiger Cushing auftritt, oder Pseudo-Cushing – und auch schon bei jungen Pferden. Bei uns im Stall ist eine Stute mit Cushing diagnostiziert, die ist gerade einmal 14 Jahre alt. Also sechs Jahre jünger als das Hüh … Weiterlesen „Fellwechsel“

Spass im Schnee

Als es geschneit hatte, sind die beiden Hunde wieder einmal so richtig herumgetobt.

Toben tun sie ja immer, vor allem der Kleine. Der ist definitiv auf irgendwelchen Rauschmitteln, wenn er hinauskommt. (Dopamin in seinem Fall, eindeutig. Und eindeutig ist er ein Hund, mit dem viel zu früh angefangen wurden, was in seinem Fall dann im Tierheim endete. Glücklicherweise ist er nicht so wild, dass er nicht mehr hört.)

Jedenfalls war es knackig kalt, die Sonne schien, der Schnee war fein und pulverig: einfach nur toll. Weiterlesen „Spass im Schnee“

Hunde im Regen

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich das Fell von zwei schwarzweißen Hunden von Jagdhunderassen sein kann. Zwei Hunde, die sich so ähnlich sehen und die so unterschiedlich sind, wenn es um nicht so ganz belanglose Dinge geht.
Zum Beispiel: wie viel Schmutz an Hundehaaren hängen bleibt. Auf der gleichen Strecke bekommt ein Hund gerade einmal schmutzige Füße. Vielleicht, wenn es so matschig ist wie derzeit nach wochenlangen Regen, bekommt der saubere Hund noch schlammige Haare bis zum Carpalgelenk. Aber der Schmutzsammler unter den Hunden ist bis zu den Hüften und den Schultern einheitlich matschig … Weiterlesen „Hunde im Regen“

Frühling

Der unnachahmliche Geschmack von Pferdehaaren – daran erkenne ich den Frühling. Vor allem dann, wenn die Temperatur wieder ins Eisige abrutscht und sich jeder Mensch fragt, ob die Rösser wahnsinnig geworden sind, dass sie bei solcher Kälte ihren Winterpelz abwerfen müssen – dann fliegen die Haare besonders herum. Dann verwandelt sich die Stute in eine seltsame Art von Haarwerfer, so ähnlich wie ein umgekehrter Staubsauger, der eben nicht einsammelt, sondern auswirft. Aushustet.
Mein Haarwerferchen …
Nicht, dass die Hunde so viel besser wären. Die haaren eigentlich das ganze Jahr über, aber im Moment geben sie sich besonders viel Mühe damit. Alles Haarwerfer …